Gesetze und Vorschriften für Reifen in Österreich
In Österreich gelten klare Vorschriften rund um Reifen, Profiltiefe, Winterausrüstung und Kennzeichnung. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte die wichtigsten Regeln kennen, um sicher zu fahren, Strafen zu vermeiden und bei einem Unfall keine Probleme mit der Versicherung zu riskieren. Hier findest du einen Überblick zu Mindestprofiltiefe, Winterreifenpflicht, Reifenwahl und EU-Reifenlabel.
Österreichische Vorschriften und Gesetze für Reifen
In Österreich müssen Reifen zur Jahreszeit, zur Fahrbahn und zum Fahrzeug passen. Besonders wichtig sind die gesetzliche Mindestprofiltiefe, die situative Winterausrüstungspflicht sowie die richtige Kennzeichnung von Winterreifen und Ganzjahresreifen.
Achte vor jeder längeren Fahrt auf den Zustand deiner Reifen. Zu geringe Profiltiefe, falscher Luftdruck, sichtbare Schäden oder ungeeignete Bereifung können die Fahrsicherheit deutlich beeinträchtigen.
- regelmäßig Profiltiefe und Reifenalter prüfen
- Reifen auf Risse, Beulen, Schnitte oder Fremdkörper kontrollieren
- Reifendruck nach Herstellerangabe einstellen
- zugelassene Reifendimension, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex beachten
- bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen geeignete Winterausrüstung verwenden
Mindestprofiltiefe in Österreich
Für Pkw-Reifen gilt in Österreich grundsätzlich eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm . Ist diese Grenze erreicht oder unterschritten, muss der Reifen ersetzt werden.
Für Winterreifen gelten bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen strengere Anforderungen. Damit ein Reifen in Österreich als Winterreifen gilt, muss er die vorgeschriebene Kennzeichnung und eine ausreichende Profiltiefe aufweisen.
- mindestens 4 mm bei Winterreifen in Radialbauweise
- mindestens 5 mm bei Winterreifen in Diagonalbauweise
- mindestens 1 mm bei Motorfahrrädern
Wird die vorgeschriebene Profiltiefe unterschritten, kann der Reifen bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen seine rechtliche Eigenschaft als Winterreifen verlieren. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt Goodwheel, Reifen bereits vor Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe zu wechseln, da Bremsweg, Nasshaftung und Aquaplaning-Sicherheit mit abnehmender Profiltiefe deutlich schlechter werden können.
Winterausrüstungspflicht in Österreich
In Österreich gilt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 t vom 1. November bis 15. April eine witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Das bedeutet: Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie Schnee, Schneematsch oder Eis müssen an allen Rädern geeignete Winterreifen montiert sein.
Winterreifen müssen in Österreich entsprechend gekennzeichnet sein. Relevant sind Kennzeichnungen wie M+S, M.S. oder M&S. Moderne Winterreifen und viele Ganzjahresreifen tragen zusätzlich das Alpine-Symbol beziehungsweise die 3PMSF-Kennzeichnung . Dieses Symbol steht für geprüfte Wintereigenschaften und ist aus Sicherheitsgründen besonders empfehlenswert.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Schneeketten auf Sommerreifen verwendet werden. Das ist jedoch nur sinnvoll und zulässig, wenn die Fahrbahn durchgehend oder nahezu durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Gerade bei Fahrten in alpine Regionen solltest du daher vor Reiseantritt prüfen, ob deine Reifen und deine Ausrüstung den österreichischen Anforderungen entsprechen.
Goodwheel empfiehlt: Montiere in der kalten Jahreszeit rechtzeitig geeignete Winterreifen oder Ganzjahresreifen mit passender Kennzeichnung und ausreichender Profiltiefe.
Reifenwahl: passende Reifen für Fahrzeug, Saison und Fahrbahn
Der Reifen ist die einzige direkte Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße. Er beeinflusst maßgeblich, wie sich ein Fahrzeug lenken, bremsen und beschleunigen lässt. Damit ein Reifen seine Eigenschaften optimal ausspielen kann, muss er zum Fahrzeug, zur Saison, zur Fahrbahnoberfläche und zum individuellen Einsatzbereich passen.
In Österreich können Straßen trocken, nass, heiß, verschneit, vereist oder mit Schneematsch bedeckt sein. Deshalb gibt es verschiedene Arten von Reifen , darunter Sommerreifen, Winterreifen, Ganzjahresreifen, SUV-Reifen, Transporterreifen und verstärkte Reifen. Prüfe vor dem Kauf immer die Reifendimension, den Lastindex, den Geschwindigkeitsindex und die vorgeschriebenen Kennzeichnungen.
Auch die richtige Reifenkombination ist wichtig. Achte auf eine gleichmäßige Bereifung, insbesondere pro Achse, sowie auf den passenden Tragfähigkeitsindex und den richtigen Geschwindigkeitsindex .
Die Reparatur von Reifen sollte ausschließlich durch eine Fachwerkstatt erfolgen. Ob ein Reifenschaden repariert werden kann, hängt unter anderem von Art, Größe und Position der Beschädigung sowie vom Zustand des Reifens ab. Wurde der Reifen zuvor mit einem Pannenhilfsmittel behandelt, kann eine fachgerechte Reparatur ausgeschlossen sein.
EU-Reifenlabel: Effizienz, Nasshaftung und Rollgeräusch
Das EU-Reifenlabel soll Verbraucher beim Vergleich verschiedener Reifen unterstützen. Seit Mai 2021 gilt ein überarbeitetes Kennzeichnungssystem für Reifen, die in der Europäischen Union verkauft werden. Das Label informiert unter anderem über Kraftstoffeffizienz beziehungsweise Rollwiderstand, Nasshaftung und externes Rollgeräusch. Zusätzlich können Piktogramme für Schneegriff und Eisgriff angezeigt werden, wenn der Reifen die entsprechenden Anforderungen erfüllt.
Die Kraftstoffeffizienz hängt eng mit dem Rollwiderstand zusammen. Ein geringerer Rollwiderstand kann dazu beitragen, den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen zu reduzieren. Die Nasshaftung ist besonders sicherheitsrelevant, da sie Einfluss auf den Bremsweg auf nasser Fahrbahn hat. Das externe Rollgeräusch wird in Dezibel angegeben und zusätzlich visuell klassifiziert.
Kennzeichnungspflichtig sind in der Regel:
- Pkw-Reifen
- Reifen für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge
- Lkw-, Bus- und schwere Nutzfahrzeugreifen
Von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sein können:
- Oldtimer-Reifen
- Reifen für den Rennbetrieb
- T-Noträder
- bestimmte runderneuerte Reifen je nach Kategorie und Einsatzbereich
Autorenhinweis
Geschrieben von Pierre Bonse
Freier Texter & Fachredakteur
Pierre Bonse schreibt für die Goodwheel Themengarage über Reifen, Räder, Fahrzeugtechnik und Mobilität. Seine Beiträge verbinden sorgfältige Recherche mit verständlichen Erklärungen und praktischen Tipps rund um Reifenkauf, Fahrzeugpflege und Sicherheit.
Schwerpunkte: Reifen-ABC, Reifen & Felgen, Reifentests, Kfz-Wissen
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