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Reserverad anbringen: So wechselst du das Rad bei einer Reifenpanne

Jeden Autofahrer kann es einmal erwischen: eine Reifenpanne. Vor allem, wenn man außerorts unterwegs ist, wissen viele nicht, was zu tun ist. Wir geben dir nützliche Tipps und eine Anleitung, wie du in einem solchen Fall am besten reagieren solltest und wie du ein Reserverad sicher anbringst.

Richtig reagieren bei einem geplatzten Reifen

Bemerkst du, dass dir ein Reifen geplatzt ist, solltest du nicht abrupt abbremsen. Versuche ruhig zu bleiben und rolle mit eingeschaltetem Warnblinker auf den Pannenstreifen oder einen anderen möglichst sicheren Standplatz. Wenn du Mitfahrer dabei hast, lass diese zur fahrbahnabgewandten Seite aussteigen. Auf Autobahnen sollten sich alle Personen möglichst hinter die Leitschiene begeben.

Ziehe eine Warnweste über. In Österreich ist eine Warnweste für den Lenker vorgeschrieben, empfehlenswert ist jedoch eine Warnweste für jede Person im Fahrzeug. Eine geeignete Warneinrichtung, etwa ein Pannendreieck, muss im Fahrzeug mitgeführt werden. Stelle das Pannendreieck situationsabhängig auf, insbesondere bei schlechter Sicht, unübersichtlichen Stellen oder wenn dein Fahrzeug ganz oder teilweise in einen Fahrstreifen ragt. Stehst du in einer Kurve, sollte die Absicherung bereits vor Beginn der Kurve erfolgen.

Reserverad anbringen: So geht’s

  1. Ziehe die Handbremse an und lege den ersten Gang ein. Bei Automatikwagen stelle den Hebel auf „P“.
  2. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss darüber, wo der Wagenheber untergebracht ist und ob ein Reserve- oder Notrad vorhanden ist.
  3. Lege Werkzeug und Ersatzrad bereit.
  4. Sofern eine Radkappe vorhanden ist, hebele diese mit dem spitzen Ende des Radmutternschlüssels ab.
  5. Löse die Radmuttern vorerst nur eine halbe Umdrehung.
  6. Setze den Wagenheber an. Beachte dabei unbedingt die Hinweise in der Bedienungsanleitung und am Fahrzeug.
  7. Hebe das Fahrzeug an, bis die Montagehöhe erreicht ist, um das Reserverad anzubringen.
  8. Nun schraubst du die Radmuttern komplett ab.
  9. Entferne den beschädigten Reifen.
  10. Setze jetzt das Reserverad auf und ziehe die Radmuttern handfest an.
  11. Lass den Wagen wieder herab.
  12. Ziehe die Radmuttern über Kreuz nochmals nach.
  13. Verstaue die genutzten Werkzeuge und den kaputten Reifen im Wagen und sammle die Warneinrichtung wieder ein, sofern sie aufgestellt wurde.
  14. Suche eine Tankstelle auf, um den Luftdruck zu prüfen, und tausche den beschädigten Reifen so schnell wie möglich aus.

Für die Sicherheit unverzichtbar

Richte dich bei der Montage und beim richtigen Anzugsdrehmoment nach den Vorgaben in der Bedienungsanleitung. Bei Sonderrädern, Reserverädern oder Noträdern können besondere Vorgaben gelten. Beachte daher immer die Herstellerangaben und die Informationen in den Fahrzeugunterlagen.

Bei Noträdern gelten häufig Einschränkungen bei Geschwindigkeit und Fahrstrecke. Nutze ein Notrad daher nur vorübergehend und fahre möglichst direkt zur nächsten Werkstatt oder sicheren Wechselmöglichkeit.

Du solltest darauf achten, nur intakte Radschrauben oder Radmuttern zu nutzen. Nach einer Fahrstrecke von ca. 50–100 km solltest du deinen Reifen beziehungsweise die Radmuttern noch einmal überprüfen.

Autorenhinweis

Geschrieben von Pierre Bonse

Portrait von Pierre Bonse, freier Texter und Fachredakteur der Goodwheel Themengarage

Freier Texter & Fachredakteur

Pierre Bonse schreibt für die Goodwheel Themengarage über Reifen, Räder, Fahrzeugtechnik und Mobilität. Seine Beiträge verbinden sorgfältige Recherche mit verständlichen Erklärungen und praktischen Tipps rund um Reifenkauf, Fahrzeugpflege und Sicherheit.

Schwerpunkte: Reifen-ABC, Reifen & Felgen, Reifentests, Kfz-Wissen

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