Die richtige Reifengröße für dein Fahrzeug – was du wissen solltest
Reifen sind ein wesentlicher Bestandteil für die Sicherheit und Fahrtauglichkeit deines Kraftfahrzeugs. Damit die Reifen Fahrverhalten, Bremsverhalten und Bodenhaftung bestmöglich unterstützen können, ist es wichtig, die korrekte Reifengröße deines Fahrzeugs zu kennen. So stellst du sicher, dass Reifen, Felgen, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsfreigabe zu deinem Fahrzeug passen. In diesem Beitrag erfährst du, welche Reifengröße die richtige für dein Fahrzeug ist und woher du diese Informationen erhältst.
Wichtige Kennzahlen für die Auswahl deiner Reifen
Bei der Auswahl neuer Reifen solltest du neben der Profiltiefe und dem Reifentyp wie Sommerreifen, Winterreifen oder Allwetterreifen auch Felgendurchmesser, Reifenbreite, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex beachten. Auf dem Reifen wird die Reifenbreite in Millimetern angegeben. Danach folgt das Verhältnis der Reifenhöhe zur Reifenbreite. Aus diesen beiden Zahlen ergibt sich eine Zahlenfolge wie zum Beispiel 205/55. Die darauf folgenden Angaben auf dem Reifen beziehen sich auf die Bauart und die Felgengröße. Die Bauart eines Reifens kann entweder radial oder diagonal sein. Die meisten modernen Pkw-Reifen besitzen jedoch eine radiale Bauweise. Deshalb findet sich häufig eine Angabe wie R16 auf dem Reifen. Neben diesen Kennzahlen befinden sich noch weitere Angaben auf der Reifenflanke, die nicht direkt zur Reifengröße gehören, aber für die Auswahl trotzdem wichtig sein können.
Mit dem zuvor angeführten Beispiel wäre die Reifengröße somit 205/55 R16 .
Zulässige Reifengrößen für dein Fahrzeug
Bei jedem Fahrzeug sind bestimmte Rad- und Reifenkombinationen genehmigt. Beachtest du beim Kauf neuer Reifen die zulässigen Dimensionen nicht, können rechtliche Probleme, Beanstandungen bei Kontrollen oder Schwierigkeiten bei Versicherung und Begutachtung entstehen. Welche Reifengrößen für dein Fahrzeug erlaubt sind, findest du je nach Fahrzeug und Unterlagen unter anderem im Zulassungsschein, im Genehmigungsdokument, im COC-Papier, im Typenschein, in der Einzelgenehmigung oder im Datenauszug aus der Genehmigungsdatenbank.
In vielen Fällen ist im Zulassungsschein nur eine Reifendimension direkt ersichtlich. Weitere zulässige Kombinationen können jedoch in den COC-Papieren, im Genehmigungsdokument oder in anderen Fahrzeugunterlagen aufgeführt sein. Prüfe deshalb nicht nur die aktuell montierten Reifen, sondern auch die für dein Fahrzeug genehmigten Angaben. Bei abweichenden Rad-/Reifenkombinationen können je nach Fahrzeug, Felge und Dimension zusätzliche Nachweise, eine Genehmigung oder eine Eintragung erforderlich sein.
Abgesehen von den Angaben zur Reifenbreite, dem Verhältnis zwischen Reifenhöhe und Reifenbreite, der Bauweise und dem Felgendurchmesser sind zusätzlich Kennzahlen zur Tragfähigkeit und zur zulässigen Geschwindigkeit des Reifens wichtig. Diese Kennzahlen bestehen aus einer Zahl und einem Buchstaben. Ein Beispiel hierfür wäre etwa 91H. Eine vollständige Reifenbezeichnung kann daher zum Beispiel so aussehen: 205/55 R16 91H.
Weitere Informationen zu diesen Angaben findest du in unseren Ratgebern zum Tragfähigkeitsindex und zum Geschwindigkeitsindex .
Vor- und Nachteile eines breiteren Reifens
Abgesehen von den genehmigten Reifengrößen gibt es weitere Aspekte, die darüber entscheiden, welche Reifengröße für dein Fahrzeug geeignet ist. Dazu gehören neben optischen Aspekten auch Faktoren wie Auflagefläche, Grip, Fahrverhalten, Rollwiderstand, Geräuschentwicklung und Aquaplaning-Risiko. Die Breite der Reifen spielt für die Sicherheit und das Fahrgefühl eine wichtige Rolle. Fahrer sportlicher Fahrzeuge neigen bei der Auswahl häufig zu breiteren Reifen, wobei die Wahl eines breiteren Modells nicht immer optimal sein muss.
Vorteile von breiteren Reifen
Mit der Entscheidung für einen breiteren Reifen kann sich bei trockener Fahrbahn der Grip verbessern. Eine größere Aufstandsfläche kann mehr Bodenhaftung mit sich bringen und unter passenden Bedingungen einen kürzeren Bremsweg ermöglichen. Dadurch kann sich das Fahrverhalten direkter und sportlicher anfühlen. Außerdem entstehen für viele Fahrzeugmodelle optische Vorteile.
Nachteile von breiteren Reifen
Trotz der Vorteile beim Fahrverhalten, vor allem bei trockener Fahrbahn, sind breitere Reifen bei starkem Regen nicht immer die beste Wahl. Auf nassen oder verschmutzten Fahrbahnen kann es bei breiteren Reifen eher zu Aquaplaning oder Rutschen kommen, weil durch die größere Lauffläche mehr Wasser verdrängt werden muss. Das kann auch zu einer erhöhten Geräuschentwicklung führen und den Fahrkomfort beeinträchtigen.
Neben den Vor- und Nachteilen beim Fahrverhalten kann auch der Kaufpreis entscheidend sein. Größere und breitere Reifen bringen meist einen höheren Anschaffungspreis mit sich. Deshalb solltest du vor dem Kauf genau prüfen, ob die gewünschte Reifengröße zu deinem Fahrzeug, deinem Fahrprofil und den genehmigten Rad-/Reifenkombinationen passt.
Warum du dich für einen Felgenwechsel entscheiden solltest
Bei einem Kauf von neuen Felgen solltest du stets die passende Größe beachten. Welche Felgengrößen für dein Fahrzeug geeignet und zulässig sind, kannst du den Fahrzeugunterlagen entnehmen oder direkt beim Hersteller beziehungsweise Fachhändler prüfen lassen. Felgen können nachträglich beschafft und montiert werden, müssen jedoch zur Reifengröße, zum Fahrzeug und zu den geltenden Genehmigungen passen.
Größere Felgen können die Auswahl an zulässigen Reifendimensionen verändern und dem Fahrzeug eine sportlichere Optik verleihen. Gleichzeitig können größere Felgen mit niedrigeren Reifenflanken den Fahrkomfort reduzieren, weil weniger Reifenflanke zur Dämpfung zur Verfügung steht. Außerdem kann das Fahrzeug je nach Rad-/Reifenkombination empfindlicher auf Spurrillen reagieren, was das Fahrverhalten beeinflussen kann.
Egal für welche Felgengröße du dich entscheidest: Die Reifengröße muss auf die Felgengröße abgestimmt sein. Bei Zweifeln solltest du dich bei einem Fachhändler informieren, da er prüfen kann, ob die gewünschte Kombination technisch und rechtlich zu deinem Fahrzeug passt.
Abschließende Bemerkungen
Schlussendlich solltest du dich vergewissern, dass deine ausgewählte Reifengröße für dein Fahrzeug genehmigt ist und dass die Reifengröße zur entsprechenden Felgengröße passt. Dabei sind die Angaben im Zulassungsschein, in den Fahrzeugunterlagen, im COC-Papier beziehungsweise in den Genehmigungsdokumenten und in der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs zu beachten.
Eine Mischung aus Winter- und Sommerreifen ist zwar nicht in jedem Fall ausdrücklich ausgeschlossen, kann aber aufgrund unterschiedlicher Fahreigenschaften riskant sein. In Extremsituationen können uneinheitliche Reifen das Fahrverhalten negativ beeinflussen. Zusätzlich empfiehlt sich je nach Fahrzeug eine einheitliche Reifengröße auf der Vorder- und Hinterachse, sofern keine abweichende Mischbereifung ausdrücklich genehmigt ist. Außerdem solltest du beachten, dass die Kombination von Radial- und Diagonalreifen rechtlich problematisch ist und in der Praxis vermieden werden sollte.
Autorenhinweis
Geschrieben von Pierre Bonse
Freier Texter & Fachredakteur
Pierre Bonse schreibt für die Goodwheel Themengarage über Reifen, Räder, Fahrzeugtechnik und Mobilität. Seine Beiträge verbinden sorgfältige Recherche mit verständlichen Erklärungen und praktischen Tipps rund um Reifenkauf, Fahrzeugpflege und Sicherheit.
Schwerpunkte: Reifen-ABC, Reifen & Felgen, Reifentests, Kfz-Wissen
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